Immer wieder Sonntags

Der Traum vom Sonntagsfrühstück im Bett – auf einem Tablett werden frische Brötchen, weich gekochtes Ei, Orangensaft und vieles mehr serviert. So oder so ähnlich sieht auch der Sonntagstraum von meinem Mann und mir aus und bis heute warten wir gemeinsam auf den Moment in dem sich die Tür zum Schlafzimmer öffnet und sich ein solches Tablett hindurch schiebt. Am besten mit einem kleinen Zettel: „Lasst es euch schmecken. Liebe Grüße, das Sonntagsglück.“ So schön es auch sein mag für jemand anderen etwas Gutes zu tun, so kuschelig ist die dicke Decke am Wochenende und ein Märtyrer-Tum endet doch wirklich an einem Sonntag. Da bleibt die Frage nach einem Frühstückslieferdienst, aber andererseits will ich an diesen Stunden des Tages eigentlich keinen sehen. Oder jemand mich. Umso schwerer das Aufstehen also ist, desto eher taucht die Frage im Hinterkopf auf wie dehnbar so ein Ehegelübde eigentlich ist und ob man es schon als „schlechte Zeiten“ interpretieren darf, wenn man mit knurrendem Magen im Bett liegen muss. Kaum ist so ein Satz gedacht, schlüpft er dank des einen oder anderen impulsiven Persönlichkeitszugs auch schon aus dem Mund.

Wie also unschwer zu erkennen ist, wird die Notwendigkeit und dann auch die Dringlichkeit sich unter der Decke zu verstecken von Minute zu Minute deutlicher. Aus Minuten werden dann irgendwann Stunden, der Magen übertönt schon die Gedanken an den duftenden Kaffee, leise bekommt man einen Vorgeschmack auf das Alter und den Umstand des Wundliegens und tja dann ist dieser Sonntagstraum ausgeträumt. Was bleibt ist die Tatsache, dass Krümmel am Leintuch spätestens abends lästig sind und das gemeinsame Zubereiten des Frühstücks doch auch ganz nett sein kann. Besonders schön wird’s aber dann, wenn der Tisch mit so vielen Leckereien gedeckt ist, dass im Bett dafür 10 Tabletts nötig gewesen wären, und miteinander seine Zeit verbringt, auch noch Stunden später auf den übrig gebliebenem Biskuit Pistaziencreme schmiert und genüsslich hineinbeißt. Im Übrigen empfiehlt es sich das alles noch im Pyjama stattfinden zu lassen – Bett hin oder her.

Das macht ein Sonntagsfrühstück zum Glücksvogerl.

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